Es ist eine faszinierende Mischung aus Milieustudie, Neo-Western und jugendlicher Amour fou, die David Jacobson in seinem dritten Kinofilm erzählt. Mit subtilen visuellen und dramaturgischen Anspielungen auf Klassiker wie Badlands und Taxi Driver gelingt es ihm, seinem Film einen eigenwilligen Ton zu geben, ohne dabei zum schlichten Plagiator zu werden. Durch seine Konzentration auf die Beziehungen und Sehnsüchte der Charaktere steht und fällt der Film mit seinem Darsteller-Ensemble - und das ist durchweg herausragend.
Neben David Morse (16 Blocks) als hilflosem Vater und der lolitahaften Evan Rachel Wood (The Wrestler) als Tobe ist es vor allem Edward Norton (25 Stunden), der den Zuschauer mit ausserordentlicher Präsenz in Bann zieht: Als urbaner Cowboy durchstreift er das trostlose San Fernando Valley, stets auf einem schmalen Grat zwischen Wahnsinn, Weisheit und Verlorenheit balancierend.